Degus stammen ursprünglich aus Chile und erfreuen sich als Heimtiere in Deutschland seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Da sie tagaktiv sind und ihnen auch ein nicht komplett ruhiger Standort ihres Terrariums keine Probleme bereitet, lassen sie sich in den Alltag des Familienlebens recht gut integrieren. Ihr Gehege kann also durchaus im Wohnzimmer platziert werden, vorausgesetzt dass es hier nicht allzu hoch hergeht und keine laute Musik abgespielt wird. Da Degus Rudeltiere sind, sollten immer mindestens zwei Tiere zusammen gehalten werden.

Niedliche Gesellen mit Knopfaugen

Die hierzulande als Heimtiere gehaltenen Degus gehören zu den „gewöhnlichen Degus“, einer von vier Wildarten, und werden im Schnitt etwa 5 Jahre, einzelne Exemplare sogar bis zu 10 Jahre alt. Ausgewachsen erreichen sie eine Größe von ungefähr 20 cm und ein Gewicht von etwa 300 g. Ihren ca. 12 cm langen Schwanz ziert am Ende eine Quaste. Die dunklen Knopfaugen und das sehr weiche Fell machen Degus zu possierlichen Hausgenossen, die bei entsprechendem Handling zahm werden können. Im Gegensatz zu Ratten geht von ihnen keine intensive Geruchsentwicklung aus.

Pflanzenfresser mit Neigung zu Übergewicht

Degus sind reine Pflanzenfresser, die sich in der Natur von karger Kost wie Gräsern und Rinde ernähren. Daher empfiehlt sich in der Fütterung als Hauptanteil Heu, denn dies kommt der natürlichen Nahrung am nächsten. Zusätzlich können zuckerarme Gemüse wie Gurke, Chinakohl oder Chicoree zusammen mit Kräutern, Blüten, Blättern und frischem Gras sowie Rinde verfüttert werden. Nüsse und Sämereien dienen als besondere Leckerbissen, die aufgrund des hohen Fettgehaltes nur in sehr geringen Mengen angeboten werden. Eine zu reichhaltige oder zuckerreiche Ernährung (z. B. mit Obst) führt zu gesundheitlichen Problemen durch Übergewicht oder Diabetes.

Aktiv und kreativ

Der typische, sehr ausgeprägte Grabe- und Nagetrieb der Degus sowie ihr Bewegungsdrang müssen bei ihrer Unterbringung und Ausstattung des Käfigs oder Terrariums berücksichtigt werden. Materialien wie Holz und Kunststoff halten den Zähnen der Tiere in der Regel nicht lange stand. Daher empfiehlt es sich, Metall und Glas für das Gehege einzusetzen. Am besten eignet sich ein Terrarium, denn es verfügt zum einen in der Regel über Lüftungsschlitze und bietet ausreichend Höhe und hat zum anderen meist Schiebetüren, die die Reinigung vereinfachen. Ein Mindestmaß von 100 x 50 x 100 cm (B x T x H) für maximal vier gleichgeschlechtliche Tiere wird empfohlen. Für größere Gruppen sollte das Gehege entsprechend geräumiger sein. Eine noch größere Behausung ist natürlich immer noch schöner! Die Tiere brauchen nämlich Platz zum Buddeln und zum Rennen, um sich so richtig wohlzufühlen.
Degu in einer Transportbox mit weicher Einstreu bei einem Besuch in der Klinik.

Degu in einer Transportbox mit weicher Einstreu bei einem Besuch in der Klinik.

Gehege als Abenteuerspielplatz

Lassen Sie Ihrer Phantasie bei der Ausgestaltung des Terrariums freien Lauf, aber berücksichtigen Sie potentielle Verletzungsgefahren. So können stabile Unterschlüpfe und Versteckmöglichkeiten beispielsweise aus Backsteinen und einer von den Tieren nicht zu verschiebenden Steinplatte gebaut werden. Wasser- und Futternäpfe aus Steingut oder Keramik sollten zum Einsatz kommen, denn sie können weder angenagt noch einfach bewegt werden. Degus klettern gern, sind neugierig und lieben Aussichtsplattformen. Diesen Bedürfnissen kann durch die Inneneinrichtung des Geheges mit größeren Ästen Rechnung getragen werden, die die Tiere auch gerne benagen. Übliche Kleintiereinstreu, Stroh und Heu schaffen die gewünschte Gemütlichkeit und regen die Degus an, Nester und Höhlen anzulegen. Denken Sie daran, Plätze mit ausreichender Tiefe für ausgiebige Umgrabungsarbeiten zu schaffen, Degus lieben es! Eine Schale mit hochwertigem Chinchillasand sollte zudem täglich für einen Zeitraum von mindestens 15 Minuten zum Sandbaden angeboten werden. Dies dient den Degus zur Fellpflege und steigert ihr Wohlbefinden enorm.

Hygiene ist essentiell

Im Gehege sollten sich weder Schimmel noch Bakterien ausbreiten können. Neben der ausreichenden Belüftung bei gleichzeitiger Vermeidung von Zugluft ist darauf zu achten, das Terrarium wöchentlich zu reinigen. Verunreinigte Einstreu, nicht mehr frisches Heu und sonstige Verschmutzungen werden entfernt, saubere Einstreu und frisches Heu nachgelegt. Da Degus gern mal ihre Nahrung in der Einstreu vergraben, können bei zu seltener Reinigung auch unentdeckt bleibende schimmelnde Frischfutterreste zu Gesundheitsschäden führen. Die Inneneinrichtung bedarf je nach Zustand des Öfteren ebenfalls einer Erneuerung.
Informieren Sie sich vor der Anschaffung: Wir beraten Sie gern bereits vor der Anschaffung Ihres neuen Hausgenossen! In einem ausführlichen Gespräch finden wir gemeinsam mit Ihnen heraus, welches Heimtier am besten zu Ihnen, Ihren Lebensumständen und Ihrer Familie passt. Und übrigens: Degus kann man nicht nur im Zoofachhandel oder beim seriösen Züchter kaufen, immer häufiger finden Sie auch Degus in Ihrem örtlichen Tierheim.