Die zoologische Klasse Vögel (Aves) umfasst 27 Ordnungen, von denen nur Vertreter weniger Ordnungen in der tierärztlichen Praxis behandelt werden. Hierzu zählen aus der Ordnung der Papageienvögel Spezies wie z. B. Nymphensittich, Ara, Kakadu, Graupapagei, Wellensittich und Prachtrosella sowie aus der Ordnung der Sperlingsvögel die beliebten Prachtfinken (z. B. Zebrafink) und die Kanarienvögel.

Die verschiedenen Vogelarten haben unterschiedliche, wenn auch ähnliche Bedürfnisse. Daher ist es sehr wichtig, sich im Vorfeld einer Anschaffung sehr genau über die spezifischen Haltungsbedingungen zu informieren.

Wir helfen Ihnen gern in einem ausführlichen Beratungsgespräch, die für Sie und Ihre Lebensumstände passende Vogelart zu finden und sich umfassend auf den gefiederten Neuzugang vorzubereiten.

Generelle Hinweise zur Haltung von Vögeln

  • In der Regel sind Vögel Schwarmtiere und brauchen Gesellschaft. Je nach Art sollte dies entweder ein einzelner Partner sein (z. B. Agaporniden, Aras) oder aber eine Gruppe möglichst der gleichen Vogelart. Bei einigen Arten sind auch gemischte Gruppen möglich, z. B. Wellensittiche und Kanarienvögel.
  • Der Platzbedarf variiert je nach Vogelart und -anzahl. Die Voliere sollte so groß ausfallen, dass die Tiere ohne Probleme von Sitzstange zu Sitzstange hüpfen bzw. fliegen können.
  • Die Voliere sollte an einem hellen, gut belüfteten Ort stehen, an dem die Tiere jedoch niemals Zugluft ausgesetzt sind.
  • Als Standort der Voliere eignet sich ein Raum, in dem zwar Familienleben stattfindet, der den Tieren aber dennoch Ruhe bietet.
  • Die Umgebungstemperatur sollte etwa bei 18 bis 25 Grad Celsius liegen. Sonneneinstrahlung mit starker Erwärmung der Umgebung und starke Temperaturschwankungen sind zu vermeiden.
  • Für die Haltung in Außenvolieren müssen besondere bauliche Anforderungen erfüllt werden, um eine Mindesttemperatur von 10 Grad Celsius nicht zu unterschreiten.
  • Für Beschäftigungsmöglichkeiten in Form von Badehäuschen, unterschiedlich dicken Sitzstangen, Ästen zum Benagen, Zweigen zum Klettern und im Idealfall auch einen zeitweisen gefahrlosen Freiflug sollte gesorgt werden.
  • Bedenken Sie bei der Wahl der Vogelart bitte die unterschiedliche Lebensdauer. So können Aras beispielsweise bis zu 40 Jahre alt werden, Graupapageien sogar bis zu 50 Jahre. Die Anschaffung eines solchen Tieres bedeutet also, 40 bis 50 Jahre Verantwortung zu übernehmen!

Die Ernährung von Vögeln

Im Zoofachhandel gibt es spezielle Futtermischungen für die unterschiedlichen Arten, die durch Frischfutter ergänzt werden sollten. Sehr kalorienreiche Körnermischungen oder Leckerbissen wie Kolbenhirse dürfen nicht im Übermaß oder permanent angeboten werden, da dies schnell zu Übergewicht führt.

Da der Stoffwechsel von Vögeln sehr viel Energie verbraucht, reagieren unsere gefiederten Freunde sehr empfindlich auf einen Nahrungsmangel bzw. Hungern z. B. im Zuge einer krankheitsbedingten Appetitlosigkeit. Daher ist im Falle einer reduzierten Nahrungsaufnahme immer ein Tierarzt zu Rate zu ziehen, um die Ursache zu ergründen, denn der Gesundheitszustand kann sich sehr plötzlich ernsthaft verschlechtern. Zu beachten ist, dass Vögel generell wenig Symptome zeigen. Wenn sie apathisch erscheinen, liegt daher meist schon eine fortgeschrittene Erkrankung vor. Es empfiehlt sich also eine sorgfältige tägliche Beobachtung, damit Verhaltensänderungen und damit vielleicht eine Erkrankung frühzeitig auffallen. In solch einem Fall sollte auch umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Der Besuch beim Tierarzt

Um Ihren Vogel zu transportieren, sollten Sie eine kleine Transportbox (aus dem Fachhandel) oder eine mit Luftlöchern versehene Pappschachtel verwenden. Ein blickdichtes Tuch gibt zusätzlichen Schutz vor Umweltreizen und Zugluft. Da Vögel sehr stressempfindlich sind, sollten Transport und auch das „In-die-Hand-Nehmen“ im jungen Alter trainiert werden. Ein handzahmer Vogel bedeutet im Ernstfall wesentlich weniger Aufregung für Tier sowie Halter und erleichtert die tierärztliche Behandlung.

Sind Vögel lernfähig?

Ja, Vögel, insbesondere Papageienvögel, lassen sich in begrenztem Umfang etwas beibringen. So können sie beispielsweise mit viel Geduld daran gewöhnt werden, im Freiflug nur bestimmte Landeplätze anzufliegen und unerwünschte Plätze zu meiden. Auch die Gefahr einer Fensterscheibe können Vögel korrekt einzuschätzen lernen, indem man sie zunächst nur bei geschlossenen Rollläden fliegen lässt und diese Verdunkelung über viele Wochen langsam nach und nach immer höher zieht, so dass der Vogel das Fenster zuletzt auch komplett ohne Rollladen als Barriere erkennt. Mit viel Geduld und attraktiven Leckerbissen als Anreiz und Belohnung kann man Vögel handzahm machen. Auch das aus der Hundeerziehung bekannte Klickertraining ist bei Papageien oft erfolgreich, um Kommandos einzuüben. Wichtig sind bei allen Übungen viel Geduld, langsame Bewegungen, eine ruhige Sprechweise und sehr attraktive Belohnungshappen.
Sprechen Sie uns an und lassen Sie sich ausführlich beraten!