Alle Hundebesitzer kennen das Thema nur zu gut: Etwa in der Hälfte des Jahres finden die morgendlichen und abendlichen Spaziergänge mit unseren Hunden im Dunklen statt. Hier ist es wichtig, Gefahren zu sehen und selbst gesehen zu werden, um sich selbst, den geliebten Vierbeiner, aber auch andere Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Welche Ausrüstung ist für den Hund sinnvoll?

Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Ausrüstungsgegenständen, die für mehr Sicherheit beim Gassigang im Dunklen sorgen sollen. Grundsätzlich gilt: Alles, was den Hundehalter und den Vierbeiner besser sichtbar für andere Verkehrsteilnehmer macht, ist sinnvoll, sofern der andere nicht geblendet oder anderweitig irritiert wird. So erachten wir Halsbänder, Hundegeschirre und Hundewesten bzw. -mäntel mit reflektierenden Streifen oder aus reflektierendem Stoff für sehr sinnvoll. Leuchtende Hundehalsbänder sind zwar sicherlich gut sichtbar, irritieren aber manchen Artgenossen so sehr, dass es zu Reaktionen wie beispielsweise Leinenaggression kommen kann. Noch stärker fällt die Irritation anderer Hunde oftmals bei blinkenden Halsbändern oder Anhängern aus. Man sollte also genau abwägen, ob der Nutzen des leuchtenden Halsbands wirklich überwiegt, vor allem, wenn man eine beliebte Gassiroute mit vielen Hundebegegnungen laufen möchte.

Welche Ausrüstung braucht der Mensch?

Insbesondere bei schlecht beleuchteten Pfaden ist natürlich eine Taschenlampe von großem Nutzen, um nicht vom Weg abzukommen oder aber in Unerwünschtes hineinzutreten. Immer beliebter werden Leuchten, die man mit einem Stirnband am Kopf befestigen kann. Ihr Vorteil: Die Hände bleiben frei und die Lampe leuchtet automatisch dorthin, wohin man den Kopf dreht. Bei falscher Einstellung haben diese Lampen jedoch den großen Nachteil einer extremen Blendwirkung für andere Spaziergänger. Insbesondere neuere Modelle verfügen über ein so starkes Licht, dass das Gegenüber bei direktem Anleuchten tatsächlich nichts mehr sehen kann. Zudem sind auch einige Hunde durch die sich bewegende Leuchte am Kopf anderer Hundehalter leicht zu irritieren. Wir empfehlen daher, vor allem helle, ggf. reflektierende Kleidung zu tragen und eine nicht blendende Leuchte mitzuführen.

Warum verhält sich mein Hund im Dunklen anders?

Genau wie wir Menschen durch die eingeschränkte Sicht im Dunklen ein mehr oder weniger starkes Gefühl der Unsicherheit verspüren, sind auch manche Hunde in der Dunkelheit weniger entspannt, wenngleich sie sich durch ihren Geruchssinn und ihr Gehör ohne Licht gut orientieren können. So werden manche Gegenstände (Mülltonnen, Schatten etc.) oder auch Passanten eher angebellt als im Hellen. Die Irritation des Hundes kann sich durch eine Unsicherheit des Hundehalters verstärken, denn Hunde nehmen sehr sensibel die Stimmungen ihrer Bezugspersonen auf. Es gilt also, souverän und unerschrocken mit dem Hund durch die Nacht zu laufen und alle Vorkehrungen zu treffen, damit man sich als Hundehalter in der Situation möglichst gut gerüstet und sicher fühlt. Vielleicht kann beispielsweise eine Begleitperson die eigene Unsicherheit dämpfen.

Unsere Tipps für einen entspannten Spaziergang im Dunklen

  • Sorgen Sie durch eine vernünftige Ausrüstung dafür, dass Sie und Ihr Hund gut sehen und gesehen werden.
  • Achten Sie darauf, durch Ihre Ausrüstung niemanden zu blenden oder zu irritieren.
  • Meiden Sie komplett unbeleuchtete Wege, insbesondere dann, wenn Sie sich selbst dabei eher unwohl fühlen.
  • Lassen Sie Ihren Hund im Dunklen nicht unangeleint laufen, denn die Gefahr einer Irritation mit unvorhersehbarem Verhalten und eventuellem Ausreißen Ihres Hundes ist zu groß.
  • Gehen Sie nicht allein, sondern mit anderen Hundehaltern spazieren, das gibt Sicherheit für Hund und Halter.

Wir wünschen Ihnen, dass Sie gut gerüstet und sicher durch die dunkle Jahreszeit kommen!