Für die meisten von uns ist es vollkommen selbstverständlich, einmal pro Jahr eine Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt/Facharzt und alle 6 Monate einen Routinecheck beim Zahnarzt durchführen zu lassen. Das Ziel dieser Arztbesuche ist, frühzeitig zu erkennen, wenn sich an unserem Gesundheitszustand etwas verändert. Früherkennung ist bei vielen Erkrankungen die Basis einer erfolgreichen Therapie, und bei unseren Hunden ist es nicht anders.

Der regelmäßige Gesundheits-Check zuhause

Von Welpenalter an sollten Sie Ihren Hund an einfache Untersuchungen der Ohren, Augen, Pfoten, Zähne, Analregion sowie der Haut gewöhnen.

Schauen Sie genau hin

Wir kuscheln täglich mit unseren Vierbeinern und das soll auch so bleiben! Ab und zu sollte man aber bei dieser Gelegenheit etwas genauer hinschauen: Beim täglichen Streicheln und Bürsten fällt es leicht, die Haut auf Parasiten (Flöhe, Zecken), haarlose und/oder gerötete Stellen und sonstige Veränderungen zu untersuchen. Gleichzeitig stellen Sie mühelos fest, ob die Augen gerötet oder klar sind, ob sie vermehrt tränen oder vielleicht sogar etwas Schleim oder anderes Sekret absondern. Ein Blick in die Ohren sowie eine kurze Geruchskontrolle zeigen Ihnen, ob diese sauber und frei von unangenehmem Geruch sind und ob die Haut der Ohrmuschel rosig oder schmutzig erscheint. Häufiges Kratzen Ihres Hundes an den Ohren ist ein deutlicher Hinweis auf eine Entzündung der Ohren, die tierärztlich behandelt werden sollte, weil Pilze, Bakterien, Parasiten oder eine Allergie hier eine ursächliche Rolle spielen können und sich relativ schnell ein chronischer Prozess entwickelt.

Nehmen Sie Gerüche bewusst wahr

Auch die Zähne und das Zahnfleisch können Sie durch Hochziehen der Lefzen sehr einfach kontrollieren. Achten Sie auf Mundgeruch sowie auf Rötungen (Entzündungen) des Zahnfleischs und auf Zahnstein, der sich als bräunliche, feste Beläge auf den Zähnen absetzt. Überprüfen Sie die Analregion Ihres Hundes und halten Sie sie sauber. Dasselbe gilt für die Vorhautöffnung bei Rüden. Absonderungen von unangenehm riechenden oder gelblichen Sekreten hieraus oder aus der Scheide von Hündinnen können Hinweise auf Entzündungen geben und das betroffene Tier sollte vom Tierarzt untersucht werden.

Tastsinn und Beobachtung schärfen

Auch das gemütliche Kuscheln mit Ihrem Hund können Sie zeitweise nutzen, um unauffällig nach knotigen Veränderungen am Körper zu tasten und die Pfoten und Krallen zu begutachten. Und last, but not least: Beim täglichen Spaziergang achten Sie auf regelmäßigen Urin- und Kotabsatz, auf die Kotkonsistenz, auf den Bewegungsablauf, aber auch auf Auffälligkeiten wie starkes Hecheln, Husten oder ungewöhnlich schnelle Ermüdung.
Diese kontinuierlichen Beobachtungen in Verbindung mit der alltäglichen Pflege Ihres Hundes bilden eine solide Basis für die frühzeitige Erkennung von Veränderungen oder Auffälligkeiten. Wenn Ihnen etwas merkwürdig oder verändert vorkommt, lassen Sie uns gemeinsam schauen, ob eine Erkrankung vorliegt.

Die Vorsorgeuntersuchung in unserer Klinik

Zusätzlich zu Ihren Alltagsbeobachtungen empfehlen wir regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in unserer Klinik. Hierbei passen wir das Spektrum unserer diagnostischen Möglichkeiten an das Alter und den Gesundheitszustand Ihres Hundes an, um erste Anzeichen einer beginnenden Erkrankung frühestmöglich zu erkennen.

Erster Schritt: Die Allgemeinuntersuchung

Am Anfang steht eine Allgemeinuntersuchung des Tieres, bei der wir immer den gesamten Hundekörper begutachten. Wir betrachten Ihren Hund von allen Seiten und schauen uns seinen Bewegungsablauf an. Wir messen Temperatur, untersuchen Augen, Ohren, Zähne, Analregion sowie die äußeren Geschlechtsorgane, tasten seinen Körper durch und bewegen Gliedmaßen und Pfoten. Lunge und Herz hören wir mit einem Stethoskop ab.

Zweiter Schritt: Laboruntersuchungen

Darauf folgt eine Blut- und Urinuntersuchung sowie in manchen Fällen auch eine Kotuntersuchung. Durch zahlreiche Laborparameter erfahren wir, ob die inneren Organe wie Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse, Nebenniere etc. problemlos arbeiten oder ob es Abweichungen gibt. Wir erhalten Hinweise auf Entzündungsprozesse, hormonelle Störungen und die unterschiedlichen Stoffwechselprozesse.

Weiterführende Diagnostik

Wenn sich Hinweise auf eine Erkrankung ergeben, gehen wir weiter ins Detail. Es können bei Bedarf Ultraschalluntersuchungen, Röntgenuntersuchungen bis hin zu CT- und MRT-Diagnostik folgen, wenn der Verdacht auf eine Erkrankung besteht, die nur mit diesen Methoden präzise diagnostiziert werden kann. Bei jedem Untersuchungsschritt erläutern wir Ihnen, welche Vermutung oder Verdachtsdiagnose wir haben und welchen nächsten Schritt wir empfehlen. Und wir scheuen uns nicht, mit Ihnen über die zu erwartenden ungefähren Kosten zu sprechen, denn größtmögliche Transparenz und Kommunikation mit Ihnen als Patientenbesitzer ist für uns sehr wichtig.

Sprechen Sie uns auf Vorsorgeuntersuchungen an und lassen Sie uns gemeinsam einen Vorsorgeplan für Ihren Vierbeiner zusammenstellen. So können Sie darauf vertrauen, alles Notwendige für Ihren Liebling und ein möglichst langes gemeinsames Leben getan zu haben.