High Tech Diagnostik in der Tiermedizin: Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)

Sie sind aus der Humanmedizin schon seit Jahrzehnten nicht mehr wegzudenken, inzwischen aber auch seit vielen Jahren in der Tiermedizin verfügbar, die hochsensiblen bildgebenden Untersuchungsverfahren CT und MRT (auch Kernspintomographie genannt). Sie kommen gezielt zum Einsatz, wenn die üblichen bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder Endoskopie für eine Diagnosestellung nicht ausreichen oder weitere Informationen erforderlich sind (z. B. genaue Lage und Ausdehnung eines Tumors für die Operationsplanung zu dessen Entfernung). Da der Patient bei der Untersuchung absolut still liegen muss, erfordern beide Verfahren eine Narkose des Tieres.

Die Computertomographie

Sie arbeitet mit Röntgenstrahlen, liefert aber im Vergleich zum konventionellen Röntgen wesentlich detailreichere, hoch aufgelöste Bilder und ermöglicht eine überlagerungsfreie Darstellung von Körperstrukturen. Möglich wird dies durch eine Röntgenröhre, in der der Patient liegt und die bei ihrer Drehung um ihn herum in allen Richtungen Röntgenstrahlen durch seinen Körper sendet. So entsteht eine Vielzahl an zweidimensionalen Schnittbildern, die bei Bedarf zu dreidimensionalen Bildern zusammengesetzt werden können. Da die Untersuchung nur wenige Minuten dauert, kann die Narkose des Patienten oberflächlich und kurz gehalten werden. Das macht die CT auch bei Tieren mit erhöhtem Narkoserisiko wie z. B. alten, kranken oder verunfallten Tieren zu einem wertvollen diagnostischen Verfahren.
Die CT ist in der Lage, sehr feine, kaum erkennbare Strukturveränderungen sichtbar zu machen. Dadurch können feinste Haarrisse in Knochenstrukturen oder geringfügige Veränderungen in Weichteilgeweben festgestellt werden. Durch eine Injektion von Kontrastmittel lässt sich die Sichtbarkeit von Strukturunterschieden in Weichteilgeweben weiter verbessern.

Anwendungsbereiche der CT

Die CT ist heutzutage aus unserem Klinikalltag nicht mehr wegzudenken. Hier einige Anwendungsbeispiele:

  • Kopf und Hals: Entzündungen und Umfangsvermehrungen in Maulhöhle, Nase und Nasennebenhöhlen sowie hinter dem Auge (retrobulbär), Kieferfrakturen, Fremdkörpersuche (z. B. nach Spiel mit einem Stöckchen), Abszesse, Hirnblutungen, Veränderungen der Schilddrüse, Erkrankungen der Halswirbelsäule etc.
  • Brustkorb (Thorax): Umfangsvermehrungen im Brustkorb und in der Lunge (z. B. Tumormetastasen), Luft- oder Flüssigkeitsansammlungen im Brustkorb, Erkrankungen der Brustwirbelsäule etc.
  • Bauchraum (Abdomen): Veränderungen an Leber, Milz, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Flüssigkeitsansammlungen (Aszites) etc.
  • Beckenbereich: Veränderungen der Urogenitalorgane inkl. Prostata, Beckenfrakturen etc.
  • Skelett: komplizierte Frakturen und Fehlstellungen der Knochen und Gelenke, Fehlbildungen an Schädel, Wirbelsäule oder Gliedmaßen unterschiedlichster Ursache

Die Magnetfeldresonanztomographie

Die MRT basiert nicht auf Röntgenstrahlen, sondern auf einem starken Magnetfeld sowie Radiowellen und nutzt die magnetischen Eigenschaften der Wasserstoffatome im Körper. Auch hierbei liegt der Patient in einer Röhre. Durch das Magnetfeld richten sich die Wasserstoffatome in den Zellen parallel aus. Die impulsartig ausgesendeten Radiowellen ändern diese Anordnung, doch wird durch das Magnetfeld die parallele Anordnung wiederhergestellt. Diesen Rückgang der Wasserstoffmoleküle in den geordneten Zustand registriert das MRT-Gerät und erstellt daraus die Bilder. Neben Übersichtsaufnahmen gibt es verschiedene sogenannte Sequenzen, die der Untersucher je nach Fragestellung auswählt. Die MRT eignet sich insbesondere für flüssigkeitshaltige Gewebestrukturen und weniger für lufthaltige Gewebe wie die Lunge oder feste Strukturen wie Knochen. In Weichteilgeweben ist es jedoch exzellent möglich, meist sogar ohne Kontrastmittel, unterschiedliche Strukturen zu differenzieren. Ein Nachteil im Vergleich zur CT ist die mit 45 bis 60 Minuten deutlich längere Untersuchungszeit, dafür gibt es jedoch keine Strahlenbelastung.

Anwendungsbereiche der MRT

  • Gehirn und Rückenmark: Abklärung neurologischer Erkrankungen, wie beispielsweise der Epilepsie, ist ein Haupteinsatzbereich der MRT, außerdem Nachweis von Tumoren, Blutungen, Bandscheibenvorfällen, Rückenmarksinfarkten etc.
  • Gelenke und ihre Strukturen, so z. B. Untersuchungen der Menisken, Bänder etc.


In der KleintierKlinik Hannover verfügen wir über die modernste Technologie und die tierärztlichen Spezialisten, die mit dieser High Tech Ausrüstung arbeiten und präzise Diagnosen stellen können. Denn nur mit einer exakten Diagnose können die aussichtsreichste Therapie und eine möglichst zuverlässige Prognose gestellt werden.
Wir sind für Sie und Ihr Tier da, an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr!