Weihnachten steht vor der Tür, eine besinnliche Zeit voller Leckereien und kleiner Überraschungen. Damit Ihr Weihnachtsfest für Sie nicht zu einer bösen Überraschung wird, möchten wir Ihnen einige Gefahren für Ihren Hund und Ihre Katze aufzeigen, die Sie durch Achtsamkeit mit der ganzen Familie vermeiden können.

Schokolade, Weintrauben, Rosinen, Macadamianüsse, mit Alkohol gefüllte Pralinen und andere Verführungen

Mmmmmh, so lecker…. Alle diese aufgezählten Leckereien verzehren wir gerade zu Weihnachten besonders gerne. Oft stehen sie hübsch angerichtet in einer dekorativen Schale auf dem niedrigen Couchtisch, bereit für die Familie zum Hineingreifen und sich Verwöhnen. Dies ist allerdings auch für unsere Schleckermäuler unter den Vierbeinern, unsere Hunde und manchmal auch unsere Katzen, allzu verlockend, die sich deshalb gern mal selbst bedienen. Von der Aufnahme dieser Lebensmittel geht jedoch eine Gefahr aus, denn sie sind für Hunde und Katzen sehr giftig.
Schokolade enthält Kakao und sein Bestandteil Theobromin, eine koffeinähnliche Substanz, ist in höheren Dosen für Hunde und Katzen giftig. Während Theobromin im menschlichen Körper mit Hilfe eines Enzyms sehr schnell abgebaut und wieder ausgeschieden wird, fehlt Hunden und Katzen dieses Enzym. Aufgrund des dadurch extrem langsamen Abbaus entfaltet Theobromin seine Wirkung wesentlich länger. Bei Hunden können sich ca. einen halben bis einen Tag nach der Aufnahme einer größeren Menge an Schokolade eine Reihe von sehr unspezifischen Symptomen zeigen, beispielsweise Erbrechen und Durchfall, starkes Hecheln, Erhöhung der Herzfrequenz, Krämpfe und heftiges Zittern. Im schlimmsten Fall endet diese Vergiftung mit dem Tod. Die Schwere der Symptomatik hängt von der Menge aufgenommenen Kakaos pro Kilogramm Körpergewicht ab. Daher ist dunkle Schokolade (insbesondere Backschokolade) aufgrund ihres hohen Kakaoanteils gefährlicher als Vollmilchsorten.
Xylit wird in vielen kalorienreduzierten Lebensmitteln als Süßstoff eingesetzt. Die für den Menschen gut verträgliche Substanz führt beim Hund zu einer massiven Ausschüttung des Hormons Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. In der Folge kommt es innerhalb von 15 – 30 Minuten nach der Aufnahme zu Anzeichen einer Unterzuckerung: Erbrechen, Schwäche, fehlende Koordination beim Gehen oder Schwanken im Stehen, fehlende Ansprechbarkeit, Zittern, Krämpfe bis hin zum Koma. Je schneller der Hund beim Tierarzt behandelt wird (z. B. durch Auslösung von Erbrechen, Glukoseinfusionen), desto besser sind seine Überlebenschancen.
Weintrauben und die getrockneten Früchte (Rosinen, Korinthen, Sultaninen) sind für Hunde auch in kleinen Mengen giftig, wobei die Verträglichkeit von Hund zu Hund erheblich variiert. Die Vergiftungssymptome zeigen sich auch hier sehr unspezifisch: fehlender Appetit, Übelkeit und Bauchschmerzen, Erbrechen, unangenehmer Atemgeruch, Durchfall, starker Durst, Zittern, Krämpfe, vermehrter Harnabsatz.
Kräuselband, Lametta oder andere Schnüre sind so toll zum Spielen, das finden besonders Katzen, aber auch verspielte Hunde. Dabei wird das Geschenkband, wenn man nicht aufpasst, auch gern mal verschluckt mit teilweise lebensbedrohlichen Folgen. Im „günstigen Fall“ bleibt der Fremdkörper im Magen liegen. Ein in den Dünndarm weitertransportiertes Knäuel kann das Darmlumen verlegen, auf längere Stücke fädelt sich der Darm auf. In beiden Fällen entsteht ein Darmverschluss mit schwerwiegenden Durchblutungsstörungen des Organs mit der Gefahr, dass Teile des Darms absterben oder der Darm reißt. Solche Notfälle können nur chirurgisch behandelt werden. Erstes Anzeichen einer solchen Fremdkörpererkrankung ist häufiges Erbrechen, das rasch abgeklärt werden sollte.
Auch Christbaumkugeln empfinden Katzen, aber auch Hunde als ein spannendes Spielzeug, was leider oft zum Zerbrechen der Kugeln und Schnittverletzungen führt. Stellen Sie Ihren Weihnachtsbaum außer Reichweite der Vierbeiner auf oder verzichten Sie auf zerbrechlichen Weihnachtsschmuck.

Brennende Wachskerzen stellen für unsere Haustiere ebenfalls eine Gefahr dar, denn die lustig flackernde Flamme könnte zum Anstupsen verführen. Verbrennungen oder auch schlimmere Folgen wie ein Wohnungsbrand sind nicht selten die Folge. Abhilfe schaffen LED-Kerzen, kalt bleibende Lichterketten und Teelichter in geschlossenen Laternen.
Weihnachtssterne sorgen in der Adventszeit in vielen Wohnzimmern für festliche Stimmung. Manche Stubentiger würdigen die pflanzliche Weihnachtsdeko auf ihre eigene Art – indem sie gerne mal daran knabbern. Eine Vergiftung kann sich durch Erbrechen, Durchfall, Benommenheit, starken Speichelfluss oder gar Schock der Katze äußern. Bei solchen Symptomen unbedingt sofort zum Tierarzt!
Die Liste könnte unendlich weitergeführt werden. Fazit ist, dass zu Weihnachten die allgemeine Feierlichkeit nicht zu einer Nachlässigkeit hinsichtlich der Gefahren für unsere Haustiere führen darf. Essen sollte grundsätzlich so aufbewahrt werden, dass kein Haustier Zugriff erlangen kann, brennende Kerzen und Zerbrechliches dürfen nur außer Reichweite der Vierbeiner dekoriert werden. Mit etwas Achtsamkeit der ganzen Familie ist dies aber gut zu managen und einem harmonischen Fest steht nichts im Wege.